Das Autodrom Most liegt am Rande der Industriestadt Most und zählt zu den führenden permanenten Rennstrecken Mitteleuropas. Seit seiner Eröffnung Anfang der 1980er Jahre hat es sich zu einem bedeutenden Austragungsort für Automobil- und Motorradrennen entwickelt, an dem sowohl nationale Meisterschaften als auch international anerkannte Rennserien stattfinden.
Die Rennstrecke, die für ihr technisches Layout und ihre anspruchsvollen Bremszonen bekannt ist, stellt höchste Anforderungen an Präzision, Konstanz und Rennkunst. Die Kombination aus modernen Sicherheitsstandards, hervorragender Sicht für die Zuschauer und abwechslungsreichen Kurvenfolgen hat ihr Lob von Fahrern aus verschiedenen Rennsportdisziplinen eingebracht, während die jüngste Aufnahme in den internationalen Rennkalender Most fest als eine der bedeutendsten modernen Rennstrecken Europas etabliert hat.
Kurz gesagt
- Das Autodrom Most wurde 1983 als eine der bedeutendsten permanenten Rennstrecken der Tschechoslowakei eröffnet.
- Die Rennstrecke wurde 2021 in den Kalender der Superbike-Weltmeisterschaft aufgenommen.
- Die Rennstrecke verfügt über 21 Kurven und zählt damit zu den technisch anspruchsvollsten modernen Strecken Europas. Kräftige Bremszonen und fließende Übergänge sorgen in verschiedenen Rennklassen für durchweg spannende Rennen.
- Auf dieser Rennstrecke finden das ganze Jahr über regelmäßig Rennveranstaltungen für PKWs, Motorräder und LKWs statt.
- Das Autodrom Most gilt als einer der führenden Standorte Mitteleuropas für Fahrertrainings und Hersteller-Testfahrten.
Geschichte
Das Autodrom Most wurde 1983 im Rahmen der Neugestaltung der Region Most eingeweiht, einem Gebiet, das nach jahrzehntelangem Braunkohleabbau einen tiefgreifenden industriellen Wandel durchlief. Die Rennstrecke wurde als permanente Motorsportanlage konzipiert, die nationale Rennveranstaltungen ausrichten und gleichzeitig die Entwicklung des internationalen Rennsports in der damaligen Tschechoslowakei fördern sollte.
Im Zuge der politischen und wirtschaftlichen Veränderungen in Mitteleuropa in den 1990er Jahren wurde die Rennstrecke kontinuierlich modernisiert, um den sich weiterentwickelnden Sicherheitsstandards der FIA und der FIM gerecht zu werden. Dank Investitionen in die Infrastruktur, die Einrichtungen im Fahrerlager und die Zuschaueranlagen konnte die Rennstrecke zunehmend renommierte Meisterschaften anziehen.
Ein wichtiger Meilenstein wurde im Jahr 2021 erreicht, als die Rennstrecke in den Kalender der Superbike-Weltmeisterschaft aufgenommen wurde. Damit kehrten internationale Motorradrennen in die Tschechische Republik zurück, was den weltweiten Bekanntheitsgrad des Autodrom Most erheblich steigerte.
Streckendesign
Das Autodrom Most ist 4,212 Kilometer lang und zeichnet sich durch einen flüssigen, zugleich jedoch äußerst technischen Streckenverlauf aus, der durch starke Bremszonen, Kurven mit mittlerer Geschwindigkeit sowie mehrere Kurven mit großem Radius gekennzeichnet ist, die eine hervorragende Fahrzeugbalance erfordern.
Im Gegensatz zu Rennstrecken, die stark von Höhenunterschieden oder außergewöhnlich langen Geraden geprägt sind, liegt die Herausforderung von Most im ständigen Wechsel zwischen Bremsen, Kurvenfahren und Beschleunigen. Die Runde fördert eine flüssige Fahrweise und belohnt zugleich aggressive Überholmanöver beim Bremsen, was zu engen und spannenden Rennen in einer Vielzahl von Fahrzeugklassen führt.
Dank moderner Auslaufzonen und überarbeiteter Sicherheitssysteme kann die Rennstrecke nun zeitgemäße internationale Meisterschaften ausrichten, ohne dabei ihren ursprünglichen, flüssigen Charakter zu beeinträchtigen.
LÄNGE
4,212
Kilometer
BREITE
12–14
Meter
RICHTUNG
CW
im Uhrzeigersinn
KURVEN
21
9 links – 12 rechts
BELAG
Asphalt
LÄNGSTE GERADE
815
Meter
HÖHENUNTERSCHIED
12,5
Meter
ERÖFFNET
1983
vor 43 Jahren
Das Autodrom Most zeichnet sich durch eine dichte Abfolge von Kurven aus, bei der technischer Präzision und Konstanz mehr Bedeutung zukommt als einzelnen charakteristischen Kurven. Der relativ kompakte Streckenverlauf vereint starkes Bremsen, wiederholte Richtungswechsel und kurze Beschleunigungsabschnitte, wodurch eine Runde entsteht, bei der das Beibehalten des Rhythmus entscheidend ist und kleine Fehler den folgenden Abschnitt schnell gefährden können.
Der erste Abschnitt stellt die Fahrer bereits zu Beginn vor eine der größten Herausforderungen der Rennstrecke: Das harte Bremsen in eine enge Schikane erfordert Stabilität, Präzision und starke Traktion beim Herausfahren. In der Mitte der Runde belohnt eine Abfolge von Kurven mit mittlerer Geschwindigkeit und Richtungswechseln ein ausgewogenes Fahrverhalten und eine disziplinierte Positionierung, während Höhenunterschiede einigen Kurveneinfahrten eine zusätzliche Dimension verleihen. Die späteren Abschnitte verlaufen flüssiger, sodass die Fahrer Schwung aufbauen können, bevor die Strecke gegen Ende der Runde wieder enger wird.
Obwohl die reine Geschwindigkeit eine wichtige Rolle spielt, ist Most im Grunde eine Rennstrecke, auf der es vor allem auf Präzision und Kontinuität ankommt. Fahrer, die beim Bremsen Geduld bewahren, das Fahrzeug in den aufeinanderfolgenden Kurvensequenzen präzise positionieren und saubere Kurvenausfahrten gegenüber aggressiven Kurveneinfahrten den Vorzug geben, erzielen in der Regel die besten Leistungen.
K1
K2
K3
K4
K5
K6
K7
K8
K9
K10
K11
K12
K13
K14
K15
K16
K17
K18
K19
K20
K21
Das Autodrom Most hat sich als einer der wichtigsten internationalen Motorsportstandorte der Tschechischen Republik etabliert und ergänzt Brünn mit einer Rennstrecke, die insbesondere mit Tourenwagenrennen, Langstreckenrennen und Motorradrennen in Verbindung gebracht wird. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1983 ist es ein wichtiger Austragungsort sowohl für tschechische nationale Rennserien als auch für bedeutende europäische Meisterschaften.
Das internationale Ansehen der Rennstrecke hat sich durch Veranstaltungen wie die FIM-Superbike-Weltmeisterschaft erheblich gesteigert, wodurch der moderne, auf Serienmotorrädern basierende Rennsport nach Most gebracht wurde, während ihre langjährige Verbindung zum Tourenwagensport unter anderem die FIA-Europameisterschaft im Truck-Racing sowie zahlreiche mitteleuropäische Rennserien umfasst. Die Kombination aus einem technisch anspruchsvollen Streckenlayout und einem begeisterten heimischen Publikum hat dazu beigetragen, dass sich Most eine herausragende Stellung im europäischen Rennkalender erobert hat.
Über die hochkarätigen internationalen Veranstaltungen hinaus ist das Autodrom Most nach wie vor ein wichtiges Zentrum für den tschechischen Club-Motorsport, die Fahrer- und Rennfahrerausbildung, Trackdays und Fahrzeugtests. Diese Kombination aus internationalen Wettkämpfen und ganzjährigen Aktivitäten an der Basis macht die Rennstrecke zu einem wichtigen Bestandteil der tschechischen Motorsportkultur im weiteren Sinne.
Besuchserlebnis
Das Autodrom Most bietet eine barrierefreie und zuschauerfreundliche Umgebung. Zahlreiche Aussichtspunkte gewährleisten eine hervorragende Sicht auf weite Teile der Rennstrecke, während das kompakte Fahrerlager es den Besuchern ermöglicht, während der gesamten Rennwochenenden in unmittelbarer Nähe zu den Teams und den Teilnehmern zu bleiben.
Neben internationalen Veranstaltungen finden an diesem Veranstaltungsort öffentliche Trackdays, Motorraderlebnisse, Fahrkurse für Fortgeschrittene sowie Firmenveranstaltungen statt, was ihn zu einem ganzjährigen Anziehungspunkt für Enthusiasten macht, die die Rennstrecke hautnah erleben möchten.
Dank seiner Lage haben Besucher zudem bequemen Zugang zum Erzgebirge, nach Nordböhmen sowie zu den historischen Städten der Tschechischen Republik und des benachbarten Deutschlands.
Lage
Das Autodrom Most liegt unmittelbar südlich von Most, etwa 90 Kilometer nordwestlich von Prag und nahe der deutschen Grenze.
Die Rennstrecke ist aus ganz Mitteleuropa gut über das Straßennetz zu erreichen, was sie zu einem attraktiven Ziel für Teilnehmer und Zuschauer sowohl aus der Tschechischen Republik als auch aus den Nachbarländern macht.
Adresse
5 Tvrzova
435 02 Most 9
Most, Ústecký kraj
Tschechien
Website