Sobald ein 100-Meter-Schwimmer ins Wasser springt, kommt es auf jede Nuance seiner Körperhaltung an. Sie entscheidet über Sekundenbruchteile, die den Unterschied zwischen Sieg oder Niederlagen ausmachen können. In nur 2,7 Sekunden beschleunigt der neue Lamborghini Temerario[1] von Null auf 100 km/h und nutzt dafür eine maximale aerodynamische Effizienz. Ähnliches gilt für den zweifachen Schwimmweltmeister Filippo Magnini, der im Wasser auf optimale Hydrodynamik setzt, um der Beste zu sein. „Es gibt zwei Ziele für mich“, sagt Magnini. „Ich muss die richtige Technik und Kraft entwickeln, um die maximale hydrodynamische Leistungsfähigkeit zu erreichen.“
Im Film Sculpted by Speed unterstreicht Magnini, dass Geschwindigkeit für einen Weltklasse-Sprintschwimmer das Wichtigste ist. Für ihn ist die 100-Meter-Distanz das Maß der Dinge, wenn es um die schnellsten Schwimmer geht – vergleichbar mit dem Null-Hundert-Sprint für einen Supersportwagen. „So wie der Temerario dafür entwickelt wurde, optimal die Luft zu durchschneiden, suchen Schwimmer die perfekte Körperhaltung im Wasser. Beide haben die Absicht in ihrer jeweiligen Umgebung, die maximale Geschwindigkeit zu erzielen.“
Selbstverständlich ist Magnini keine Maschine wie ein Supersportwagen, aber der italienische Sportler sieht weitere Gemeinsamkeiten. So achtet er stets auf den bestmöglichen Einsatz seines Körpers, beispielsweise wie von Armen und Händen, um die Effizienz zu verbessern. Er stellt sich vor, dass der Fahrer eines Lamborghini Sportwagens in anspruchsvollen Fahrsituationen ebenfalls immer an die Arm- sowie Lenkradhaltung und die richtige Atmung denken muss. Jede Bewegung kann für größtmögliche Effizienz verfeinert werden.
„Als Schwimmer nimmt man das nicht auf die leichte Schulter, es ist eine ernste Angelegenheit. Schwimmer unterscheiden sich zum Beispiel von Fußball- oder Basketballspielern, denn die Bewegungen und die Dynamik müssen jederzeit perfekt sein. Die Optimierung der Strömungseigenschaften entscheidet darüber, ob er nur dabei oder der Beste seiner Klasse ist“, weiß Magnini.
„Das Wasser ist meine natürliche Umgebung und es wird für mich zu einer zweiten Haut. Wenn ich eintauche, dann kenne ich meine Stärken und meinen Stil. Wie mich das Wasser einhüllt und meine Muskeln darauf reagieren, verleiht mir einen hydrodynamischen Vorteil. Beim Temerario ist es die Luft, die seine aerodynamische Form umströmt und zu seiner herausragenden Leistungsfähigkeit beiträgt“, sagt der Weltklasse-Athlet.




Dank seiner beeindruckenden Leistungsdaten setzt der Temerario neue Maßstäbe im Segment der Supersportwagen. Der hochmoderne Hybrid-Antriebsstrang des High Performance Electrified Vehicle (HPEV) kombiniert einen völlig neu entwickelten V8-Biturbo mit drei Elektromotoren und sorgt für eine Gesamtleistung von 920 CV. Der doppelt aufgeladene V8, der in Sant’Agata Bolognese von Grund auf entwickelt wurde, ist der erste und einzige Motor eines serienmäßigen Supersportwagens, der eine Drehzahl von 10.000 Umdrehungen pro Minute erreicht. Gleichzeitig beeindruckt der Temerario mit seinen Leistungsdaten: Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei mehr als 340 km/h und der Null-Hundert-Sprint gelingt in lediglich 2,7 Sekunden.
Mit dem Temerario erreicht Lamborghini vorerst den Gipfel der aerodynamischen Effizienz, inklusive der drei primären Designziele: Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten, erhöhte Kühlleistung und maximale Bremseffizienz.
Die Designer und Ingenieure von Lamborghini berücksichtigen bei der Entwicklung der Karosserie und des Unterbodens des Temerario den neuen Hybrid-Antriebsstrang und die erhöhten aerodynamischen Belastungsziele, insbesondere am Heck. Das Ergebnis ist ein Abtrieb von plus 103 Prozent am Heck im Vergleich zum Huracán EVO. Mit dem „Alleggerita“-Paket erhöht sich der Abtrieb am Heck auf plus 158 Prozent.
Jedes einzelne Element wurde so konzipiert, dass es zu einer hervorragenden aerodynamischen Leistung beiträgt. Angefangen bei der Front, wo die Rückfahrscheinwerfer zu aerodynamischen Elementen geworden sind, haben die sechseckigen Leuchten mit speziellen Lufteinlässen und Deflektoren die Aufgabe, den Luftstrom vom Stoßfänger zum oberen Teil der seitlichen Kühler zu leiten, und die beiden Finnen wurden an den Einlässen angebracht. Die obere Finne mit flügelförmigem Profil leitet den Luftstrom nach unten ab, der von der zweiten horizontalen Finne aufgefangen wird, so dass er senkrecht in den Kühler eintritt und die Kühlleistung maximiert wird.




Darüber hinaus leiten die Lamellen, aus denen die Gitter an den Radkästen bestehen, die Strömung an die Außenseite des Rades, so dass sie vom seitlichen Kühler weggeleitet wird und der Windschatten minimiert wird – mit dem doppelten Effekt, dass der Luftwiderstand verringert und der Abtrieb nach hinten verlagert wird.
Das hat einen doppelten Effekt: den aerodynamischen Widerstand zu verringern und den Anpressdruck nach hinten zu verlagern. Die Außenspiegel, die im Einklang mit der Fahrzeugfront arbeiten, haben das Ziel, den Luftwiderstand zu minimieren und die Luft zu den seitlichen Kühlern zu leiten. Dadurch erhöht sich die Kühlleistung der mechanischen Komponenten.
Das Dachdesign mit einem zentralen Kanal leitet die Luft zum Heckspoiler, der in die Karosserie integriert ist und so die aerodynamische Effizienz verbessert und den Abtrieb erhöht. Die gewölbten Seiten der Motorhaube tragen ebenfalls zu diesem Ergebnis bei und erhöhen den Anteil der Luft, die durch den Seitenteil des Spoilers strömt. Das optionale Alleggerita-Paket verfügt über einen leichten Heckspoiler mit hoher Tragfähigkeit, der durch eine größere Höhe der Hinterkante und eine damit verbundene stärkere Krümmung erreicht wird.
Die Unterseite des Fahrzeugs spielt ebenfalls eine strukturelle Rolle für die aerodynamische Effizienz. Der Unterboden ist mit Wirbelgeneratoren ausgestattet: Drei Flossenpaare, die wie die Äste eines Baumes angeordnet sind, erhöhen die aerodynamische Belastung des Hecks und unterstützen die Wirkung des Diffusors, der dank einer um 70 % größeren Oberfläche im Vergleich zum Huracán EVO und einem um 4° vergrößerten Winkel die vertikale Ableitung des Luftstroms von unten maximiert. Der erhöhte Kühlbedarf des neuen Turbo-Hybrid-Antriebsstrangs machte die Entwicklung eines neuen Kühlerlayouts erforderlich, das die Kühlleistung um 30% verbessert.
Um die außergewöhnlichen Leistungen des Temerario zu maximieren, wurde außerdem ein neues Konzept für die Bremsenkühlung entwickelt, um die Fahrzeugbremsleistung zu optimieren. Im vorderen Bereich befindet sich ein am unteren Querlenker befestigter Deflektor, der die vom vorderen Diffusor abgeleitete Strömung nutzt und auf den vorderen Bremssattel lenkt, um diesen zu kühlen. Zwei weitere spezifische Einlässe integriert Lamborghini in die Stoßstange, um einen hohen Luftstrom von der Stoßstange zu den Belüftungskanälen der Bremsscheiben zu leiten. Dadurch „saugt“ ein Y-Kanal, mit zwei Einlässen und einem Auslass, Luft mit hohem Druck an, um die Kühlung der Bremsanlage zu verbessern. Das Gesamtergebnis ist eine Verbesserung der Kühlleistung gegenüber dem Huracán EVO um 50 Prozent bei den Bremsscheiben und 20 Prozent bei den Bremssätteln.

Am Heck kommt eine Lösung zum Einsatz, die Lamborghini bereits beim Revuelto erfolgreich getestet hat: Die Belüftungskanäle der hinteren Scheiben werden über einen im vorderen Teil des Hinterradgehäuses positionierten NACA-Kanal gespeist, der die energiereiche Strömung des Unterbodens sammelt und zum Bremsenkühlkanal leitet.
