Die im Herzen von Leicestershire gelegene Rennstrecke Mallory Park Racing Circuit zählt zu den traditionsreichsten und einzigartigsten permanenten Rennstrecken Großbritanniens. Trotz ihrer kompakten Größe hat sich die Strecke durch ihren flüssigen Streckenverlauf, die hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten und ihre tiefe Verbundenheit mit dem britischen Motorradrennsport einen dauerhaften Ruf erworben.
Der Mallory Park, dessen Herzstück die spektakuläre „Gerard’s Bend“ bildet, belohnt Präzision, Engagement und Schwung mehr als reine Leistung. Im Laufe seiner Geschichte war die Rennstrecke Austragungsort für internationale Motorradrennen, Formel-Rennen, Tourenwagenrennen, historische Wettbewerbe und unzählige Clubmeisterschaften und hat sich so zu einer der geistigen Heimatstätten des britischen Breitensport-Motorsports entwickelt.
Auch heute noch bietet der Mallory Park ein authentisches Rennsport-Erlebnis, bei dem Zugänglichkeit, Tradition und spannende Wettkämpfe im Mittelpunkt jeder Veranstaltung stehen.
Kurz gesagt
- Mallory Park wurde 1956 als feste Rennstrecke eröffnet.
- Gerard’s Bend ist eine der schnellsten und längsten zusammenhängenden Kurven Großbritanniens.
- Die Rennstrecke hat zwar nur fünf Kurven, zählt aber dennoch zu den schnellsten Rennstrecken des Landes.
- In den 1960er und 1970er Jahren traten im Mallory Park zahlreiche legendäre Motorrad-Weltmeister an.
- Die Rennstrecke gilt seit langem als eine der führenden Veranstaltungsstätten für Clubrennen in Großbritannien.
- Dank der kompakten Streckenführung können die Zuschauer den größten Teil der Runde von einem einzigen Standort aus verfolgen.
Geschichte
Der Motorsport im Mallory Park nahm in den 1950er Jahren seinen Anfang, nachdem die ehemaligen Landstraßen rund um Kirkby Mallory zu einer permanenten Rennstrecke umgebaut worden waren.
Die Rennstrecke etablierte sich rasch als eine der führenden Motorradrennstrecken Großbritanniens und zog während der Blütezeit des internationalen Motorradrennsports viele der weltbesten Fahrer an. Legendäre Rennfahrer wie Mike Hailwood, Giacomo Agostini und Barry Sheene traten alle in Mallory Park an und festigten damit den Platz der Rennstrecke in der britischen Sportgeschichte.
Obwohl auf dieser Rennstrecke nie ein Formel-1-Rennen ausgetragen wurde, entwickelte sie sich zu einem wichtigen Austragungsort für die Formel 2, die Formel Ford, Tourenwagenrennen, Clubrennen und die Nachwuchsförderung. Auch heute noch bewahrt Mallory Park seinen traditionellen Charakter und ist Schauplatz nationaler Meisterschaften, Track Days und historischer Motorsportveranstaltungen.
Streckendesign
Die gesamte Rennstrecke ist 2,173 Kilometer lang und besteht aus fünf Kurven, die im Uhrzeigersinn angeordnet sind.
Seine Einfachheit täuscht.
Anstatt sich auf zahlreiche technische Abschnitte zu stützen, fordert Mallory Park die Teilnehmer durch eine Abfolge schneller, fließender Kurven heraus, die durch kurze Geraden miteinander verbunden sind. Der Streckenverlauf erfordert Entschlossenheit, eine geschmeidige Gewichtsverlagerung und eine außergewöhnliche Beibehaltung des Schwungs während der gesamten Runde.
Die „Gerard’s Bend“-Kurve dominiert die Rennstrecke und verbindet hohe Geschwindigkeit mit bemerkenswerter Länge, bevor sie in die längste Beschleunigungszone übergeht. Zusammen mit der starken Bremsung in der „Shaw’s Hairpin“-Kurve und den fließenden S-Kurven sorgt die Rennstrecke trotz ihrer kompakten Abmessungen für spannende Rennen.
LÄNGE
2,102
Kilometer
BREITE
9–10
Meter
RICHTUNG
CW
im Uhrzeigersinn
BELAG
Asphalt
HÖHENUNTERSCHIED
19,9
Meter
ERÖFFNET
1956
vor 70 Jahren
Der Mallory Park zeichnet sich durch seine kompakte Streckenlänge, die hohe Durchschnittsgeschwindigkeit und die ungewöhnliche Kombination aus langen, weitgezogenen Kurven und engen Abschnitten aus, die der Geschwindigkeitsreduzierung dienen. Die kurze Runde lässt den Teilnehmern kaum Gelegenheit, Fehler auszugleichen, während die relativ einfache Streckenführung einen besonderen Schwerpunkt auf den Erhalt des Schwungs und die präzise Positionierung des Fahrzeugs für den nächsten Abschnitt legt.
Der Charakter der Rennstrecke wird durch „Gerards“ geprägt, die lange Rechtskurve, die das markante Merkmal der Strecke bildet und die Teilnehmer über einen ungewöhnlich langen Zeitraum hinweg einer anhaltenden Querbelastung aussetzt. Von dort aus nimmt die Runde an Geschwindigkeit zu, bis sie die technischen Abschnitte rund um „Edwina’s“ erreicht, bevor es weiter zum „Bus Stop“ geht, wo starkes Bremsen und schnelle Richtungswechsel in scharfem Kontrast zum fließenden Charakter der übrigen Strecke stehen. In diesen langsameren Abschnitten kommt es besonders auf saubere Kurvenausfahrten an, da die Beschleunigung in Richtung der nächsten großen Kurve fast unmittelbar beginnt.
Obwohl die Schikanen hohe Anforderungen an das Brems- und Traktionsverhalten stellen, liegt der Schwerpunkt von Mallory Park nach wie vor auf Geschwindigkeit und Schwung auf einer bemerkenswert kompakten Runde. Fahrer und Motorradfahrer, die durch „Gerards“ hindurch gleichmäßig fahren, den Zeitverlust durch die langsameren Abschnitte minimieren und die Geschwindigkeit zwischen den Abschnitten konstant halten, werden in der Regel am stärksten belohnt.
| # | Kurve |
|---|---|
| 1 | Gerard's Bend Rechts |
| 2 | Charlie's Rechts |
| 3 | Stapletons Rechts |
| 4 | Edwina's Rechts |
| 5 | John Cooper Esses Rechts |
| 6 | Shaw's Hairpin Rechts |
| 7 | Bus Stop Links |
| 8 | Devil's Elbow Links |
Mallory Park nimmt einen wichtigen Platz im britischen Vereins- und nationalen Motorsport ein und entwickelte sich im Zuge des Nachkriegsbooms bei den festen Rennstrecken, die die rasch wachsende britische Rennsportbranche unterstützten. Der Motorsport begann auf dieser Rennstrecke in den 1950er Jahren, und ihr kompaktes Layout wurde in der Folge Generationen von Teilnehmern sowohl im Automobil- als auch im Motorradrennsport vertraut.
Die Rennstrecke wurde vor allem mit dem britischen Motorradrennsport in Verbindung gebracht, da hier bedeutende nationale Rennen ausgetragen wurden und viele der führenden Fahrer des Landes antraten. Veranstaltungen wie die Post-TT-Rennen trugen dazu bei, Mallory als wichtigen Austragungsort für Motorradrennen zu etablieren, während ihr anspruchsvoller Hochgeschwindigkeitscharakter einen deutlichen Kontrast zu längeren britischen Rennstrecken wie Silverstone, Donington Park und Brands Hatch bildete.
Der Motorsport hat in der Geschichte des Mallory Park eine ebenso wichtige Rolle gespielt: Einsitzer, Sportwagen, Tourenwagen, Clubrennen und historische Wettbewerbe waren stets fester Bestandteil des Programms. Dank seiner guten Erreichbarkeit und seiner überschaubaren Größe war er für die nationale Rennsportstruktur von besonderem Wert, da er den Teilnehmern einen Austragungsort bot, an dem auch mit relativ bescheidenen Einrichtungen häufige und abwechslungsreiche Wettkämpfe durchgeführt werden konnten.
Die Bedeutung von Mallory Park liegt daher weniger in der Ausrichtung aktueller Weltmeisterschaften als vielmehr in seinem Beitrag zu den Grundlagen des britischen Motorsports. Für Generationen von Rennfahrern, Fahrern, Teams und Fans boten Rennstrecken wie Mallory das Wettbewerbsumfeld, aus dem sich die britische Rennkultur im weiteren Sinne entwickelte, wodurch dieser kleine Austragungsort in Leicestershire eine Bedeutung erlangte, die weit über seine physische Größe hinausging.
Besuchserlebnis
Der Mallory Park bietet eine gemütliche und authentische Atmosphäre an Renntagen.
Kompakte Zuschauerbereiche bieten einen hervorragenden Blick auf fast die gesamte Rennstrecke, sodass die Besucher das Geschehen lückenlos verfolgen können. Die berühmte „Gerard’s Bend“ zieht begeisterte Fans an, die den Fahrern dabei zusehen möchten, wie diese mit beeindruckender Geschwindigkeit durch eine der großartigsten Kurven Großbritanniens rasen, während historische Veranstaltungen und Motorradfestivals das reiche Erbe der Rennstrecke würdigen.
Die freundliche Atmosphäre und die enge Verbindung zwischen Teilnehmern und Zuschauern haben Mallory Park zu einem beliebten Ort unter britischen Motorsportbegeisterten gemacht.
Lage
Die Rennstrecke Mallory Park Racing Circuit befindet sich in der Nähe von Kirkby Mallory, etwa 25 Kilometer westlich von Leicester.
Die Rennstrecke liegt in den englischen Midlands und ist von vielen der wichtigsten Motorsportregionen Großbritanniens aus hervorragend zu erreichen, bewahrt dabei jedoch die entspannte Atmosphäre eines traditionellen Veranstaltungsortes auf dem Land.
Adresse
Church Road
LE9 7QE Kirkby Mallory
Leicestershire, England
Vereinigtes Königreich
Website