Der Cremona Circuit liegt in der lombardischen Landschaft in der Nähe von Cremona und ist eine der neuesten internationalen Rennstrecken Italiens. Die 2011 eröffnete und im Laufe des folgenden Jahrzehnts umfassend modernisierte Rennstrecke hat sich rasch als bedeutender Standort für Motorradrennen, die Fahrerausbildung und Hersteller-Testfahrten etabliert.
Sein kompakter und zugleich anspruchsvoller Streckenverlauf vereint technische Kurvenfolgen, starke Bremszonen und flüssige Beschleunigungsabschnitte, die eher Präzision als reine Leistung belohnen. Nach umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen zur Anpassung an internationale Standards wurde Cremona im Jahr 2024 in den Kalender der Superbike-Weltmeisterschaft aufgenommen, was einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der Rennstrecke darstellt.
Heute steht Cremona für das nächste Kapitel der italienischen Motorsportinfrastruktur und ergänzt legendäre Rennstrecken wie Monza, Mugello, Misano und Imola.
Kurz gesagt
- Die Rennstrecke von Cremona wurde 2011 offiziell eröffnet.
- Die Rennstrecke wurde 2024 in den Kalender der Superbike-Weltmeisterschaft aufgenommen.
- Bei der kompakten technischen Konzeption wird mehr Wert auf die Ausgewogenheit des Fahrwerks als auf die Motorleistung gelegt.
- Die Rennstrecke wird zunehmend für die Motorradentwicklung und das Fahrertraining genutzt.
- Sie ergänzt die historischen Rennstrecken Italiens und steht für eine neue Generation internationaler Rennstrecken.
- Cremona liegt in einer der führenden Regionen Europas im Bereich der Automobil- und Motorradtechnik.
Geschichte
Die Rennstrecke Cremona Circuit wurde 2011 in der Nähe der Gemeinde San Martino del Lago offiziell eröffnet, mit dem Ziel, Norditalien eine moderne Anlage zu bieten, die sowohl für den Rennsport als auch für die Fahrerschulung genutzt werden kann.
Die Rennstrecke, die ursprünglich für nationale Meisterschaften, Clubrennen und Track-Day-Veranstaltungen genutzt wurde, baute ihre Anlagen stetig aus und stieß dabei auf wachsendes Interesse seitens der Motorradhersteller und Rennteams. Durch kontinuierliche Investitionen in die Sicherheitsinfrastruktur, die Paddock-Einrichtungen und die Streckenführung konnte die Anlage eine internationale Homologation erwirken.
Der entscheidende Moment kam, als die Rennstrecke die FIM-Standards erfüllte, die für die Ausrichtung des Rennens in Cremona ab 2024 erforderlich waren. Durch diesen Erfolg reihte sich Cremona in die Riege der renommiertesten Rennstrecken Italiens ein und machte die Superbike-Weltmeisterschaft gleichzeitig einem völlig neuen Publikum bekannt.
Sein rascher Aufstieg verdeutlicht, wie modernes Streckendesign und kontinuierliche Investitionen innerhalb von kaum mehr als einem Jahrzehnt einen international angesehenen Motorsportstandort schaffen können.
Streckendesign
Die internationale Rennstrecke ist 3,768 Kilometer lang und besteht aus dreizehn Kurven, die eine ununterbrochene technische Herausforderung darstellen.
Im Gegensatz zu Rennstrecken mit langen Geraden legt Cremona den Schwerpunkt auf Rhythmus, Bremspräzision und das Herausfahren aus den Kurven. Die relativ kompakte Rennstrecke sorgt dafür, dass Fahrer und Motorradfahrer ständig gefordert sind und kaum Gelegenheit haben, sich von Fehlern zu erholen.
Die Streckenführung wechselt zwischen fließenden Kurven mit mittlerer Geschwindigkeit und langsameren, technischen Kurvenkomplexen, bei denen eine präzise Positionierung entscheidend ist, um den Schwung aufrechtzuerhalten. Moderne Auslaufzonen, hochwertiger Asphalt und zeitgemäße Sicherheitssysteme spiegeln die jüngste Entwicklung der Rennstrecke wider und bewahren gleichzeitig ihren unterhaltsamen und anspruchsvollen Charakter.
Aufgrund seiner kompakten Abmessungen eignet es sich zudem besonders gut für Testfahrten, das Fahrertraining und nationale Meisterschaften.
LÄNGE
3,768
Kilometer
BREITE
12–14
Meter
RICHTUNG
CCW
gegen den Uhrzeigersinn
BELAG
Asphalt
HÖHENUNTERSCHIED
2
Meter
ERÖFFNET
2011
vor 15 Jahren
Die Rennstrecke von Cremona zeichnet sich durch einen technischen Streckenverlauf aus, der starke Bremszonen, langsamere, von der Traktion abhängige Kurven sowie schnelle Richtungswechsel innerhalb einer relativ kompakten Runde vereint. Aufgrund des überwiegend flachen Geländes liegt der Schwerpunkt eher auf präziser Positionierung und mechanischem Grip als auf Höhenunterschieden, während die unterschiedlichen Kurvengeschwindigkeiten von den Teilnehmern verlangen, ihre Fahrweise hinsichtlich Bremsen, Kurvenfahrt und Beschleunigung ständig anzupassen.
Der Eröffnungsabschnitt prägt diesen Charakter durch kräftiges Bremsen nach der Hauptgerade, bevor sich die Strecke durch eine Abfolge technischer Kurven entfaltet, in denen ein sauberer Kurvenausgang besonders wichtig ist. In der Mitte der Runde belohnen fließendere Richtungswechsel eine ausgewogene Abstimmung des Fahrwerks und sanfte Lenkbewegungen, während engere Abschnitte den Schwerpunkt wieder auf Bremspräzision und Traktion legen. Im letzten Abschnitt der Rennstrecke müssen die Teilnehmer erneut der Positionierung und der Ausfahrtsgeschwindigkeit Vorrang einräumen, bevor sie wieder in Richtung Start-Ziel-Linie beschleunigen.
Anstatt von einer einzigen, international bekannten Kurve dominiert zu werden, liegt die Herausforderung in Cremona in der Häufigkeit und Vielfalt der technischen Anforderungen über die gesamte Runde hinweg. Fahrer und Motorradfahrer, die beim Bremsen präzise bleiben, in den schnelleren Übergängen den Schwung beibehalten und in den langsameren Kurven die Traktion optimal nutzen, werden in der Regel am stärksten belohnt.
| # | Kurve |
|---|---|
| 1 | K1 |
| 2 | K2 |
| 3 | K3 |
| 4 | K4 |
| 5 | K5 |
| 6 | K6 |
| 7 | K7 |
| 8 | K8 |
| 9 | K9 |
| 10 | K10 |
| 11 | K11 |
| 12 | K12 |
| 13 | K13 |
Die Rennstrecke von Cremona zählt zu den jüngsten Neuzugängen im italienischen Netzwerk international anerkannter Rennstrecken. Die in der Lombardei gelegene Rennstrecke erlangte ihren Ruf zunächst durch nationale Wettbewerbe, Motorradrennen, Trackdays, Testfahrten und Aktivitäten für Motorsportbegeisterte und stellt damit eine weitere permanente Anlage in einem der wichtigsten Automobil- und Motorradmärkte Europas dar.
Sein internationales Ansehen veränderte sich erheblich mit der Einführung der FIM-Superbike-Weltmeisterschaft, durch die eine der weltweit führenden Rennserien für seriennahe Motorräder nach Cremona kam. Durch diese Veranstaltung wurde die Rennstrecke im internationalen Kalender neben etablierten italienischen Motorradrennstrecken positioniert, was zu erheblichen Investitionen in Sicherheit, Infrastruktur und Zuschaueranlagen führte, die für Wettkämpfe auf Weltmeisterschaftsniveau erforderlich sind.
Über die WorldSBK hinaus ist Cremona Austragungsort für Automobil- und Motorradmeisterschaften, Testfahrten, Trainings sowie umfangreiche Rennstreckenaktivitäten. Seine Entwicklung verdeutlicht, wie sich eine relativ junge regionale Rennstrecke schrittweise zu einem Veranstaltungsort entwickeln kann, der in der Lage ist, große internationale Wettbewerbe auszurichten, ohne dabei seine Rolle innerhalb der nationalen und breiten Motorsportgemeinschaft zu verlieren.
Die Bedeutung von Cremona entwickelt sich daher noch weiter. Im Gegensatz zu Monza, Mugello oder Imola beruht seine Identität nicht auf einer jahrzehntelangen Grand-Prix-Geschichte, sondern auf dem kontinuierlichen Ausbau der modernen Motorsportinfrastruktur Italiens. Durch seine Etablierung als Austragungsort der Superbike-Weltmeisterschaft erhält Norditalien ein weiteres wichtiges Zentrum für internationale Motorradrennen, während gleichzeitig das ohnehin schon außergewöhnliche Netz an permanenten Rennstrecken des Landes gestärkt wird.
Besuchserlebnis
Cremona bietet ein persönlicheres Motorsport-Erlebnis als die größeren historischen Rennstrecken Italiens.
Dank seiner kompakten Anlage können die Zuschauer einen Großteil des Renngeschehens von mehreren Tribünen aus verfolgen, während das moderne Fahrerlager einen direkten Zugang zu den Teams und Teilnehmern ermöglicht. An den Rennwochenenden der Superbike-Weltmeisterschaft verbindet die Rennstrecke internationalen Wettkampf mit der entspannten Atmosphäre, die für die italienische Motorradkultur charakteristisch ist.
Abgesehen von Rennveranstaltungen finden auf der Rennstrecke regelmäßig Trackdays, Fahrakademien, Fahrertrainingsprogramme und Hersteller-Erlebnisse statt, sodass hier das ganze Jahr über reger Betrieb herrscht.
Besucher können zudem die reichhaltigen kulinarischen Traditionen der Lombardei, die historische Stadt Cremona – bekannt als Geburtsort der Geige – sowie die umliegende Poebene erkunden.
Lage
Die Rennstrecke von Cremona befindet sich in der Nähe von San Martino del Lago, etwa 30 Kilometer östlich von Cremona.
Die Rennstrecke liegt in unmittelbarer Nähe zu Brescia, Parma und Mailand und ist damit fest in der renommierten Automobil- und Industrieregion Norditaliens verankert.
Adresse
3 SP70
26040 Ca' De' Soresini
Provincia di Cremona, Lombardia
Italien
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