Die am westlichen Stadtrand von Brünn gelegene Masaryk-Rennstrecke ist eine der renommiertesten permanenten Rennstrecken Europas. Die 1987 in ihrer heutigen Form eröffnete Rennstrecke vereint breite Fahrbahnen, dramatische Höhenunterschiede und wunderschön geschwungene Kurven, die bei Fahrern, Rennfahrern und Ingenieuren gleichermaßen allgemeine Bewunderung finden.
Die nach dem ersten Präsidenten der Tschechoslowakei, Tomáš Garrigue Masaryk, benannte Rennstrecke führt das Erbe der ursprünglichen Masaryk-Straßenrennen fort, die ab den 1930er Jahren auf öffentlichen Straßen rund um Brünn ausgetragen wurden.
Heute gilt die moderne Rennstrecke als eine der weltweit besten Austragungsstätten für Motorradrennen und dient zugleich als hervorragender Test für die Ausgewogenheit des Fahrwerks und die Fahrdynamik von vierrädrigen Rennfahrzeugen.
Kurz gesagt
- Die ursprüngliche Masaryk-Rennstrecke in Brünn wurde im Jahr 1930 als Straßenkurs eröffnet.
- Die moderne Dauerrennstrecke wurde 1987 eröffnet.
- Die außergewöhnliche Breite der Rennstrecke ermöglicht auf weiten Teilen der Runde mehrere Fahrlinien.
- Brno kehrte im Jahr 2025 nach umfangreichen Asphaltierungsarbeiten und Modernisierungen der Anlagen in den MotoGP-Kalender zurück.
- Die Fahrer zählen Brünn aufgrund seines flüssigen Streckenverlaufs und der Höhenunterschiede stets zu ihren Lieblingsrennstrecken.
- Auf dieser Rennstrecke fanden bereits Rennen aller Art statt, von Motorrad-Grand-Prix-Läufen über GT-Rennen bis hin zu Tourenwagen- und Truck-Rennen.
Geschichte
Die Motorsporttradition von Brünn reicht bis ins Jahr 1930 zurück, als der ursprüngliche Masaryk-Grand-Prix auf einem ausgedehnten Straßenkurs rund um die Stadt ausgetragen wurde. Der schnelle und anspruchsvolle Straßenkurs entwickelte sich rasch zu einer der renommiertesten Rennstrecken Europas in der Vorkriegszeit und zog legendäre Hersteller wie Mercedes-Benz, Auto Union und Alfa Romeo an.
Mit der zunehmenden Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge erwies sich die Streckenführung auf öffentlichen Straßen für internationale Wettkämpfe als immer ungeeigneter. Der Bau der heutigen permanenten Rennstrecke begann in den 1980er Jahren, und der moderne Masaryk-Circuit wurde 1987 offiziell eröffnet.
Die Rennstrecke entwickelte sich rasch zu einem Eckpfeiler des Motorrad-Grand-Prix der Tschechischen Republik und war Schauplatz zahlreicher unvergesslicher Duelle über mehrere Generationen hinweg, an denen Valentino Rossi, Mick Doohan, Marc Márquez und viele der größten Champions dieses Sports beteiligt waren.
Nach einer kurzen Pause im MotoGP-Kalender kehrte Brünn im Jahr 2025 nach umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Fahrbahn und Verbesserungen der Infrastruktur zurück und festigte damit erneut seinen Platz unter den weltweit führenden Motorradrennstrecken.
Streckendesign
Die Grand-Prix-Strecke ist 5,403 Kilometer lang und besteht aus 14 Kurven, die sich über ein natürlich hügeliges Gelände erstrecken.
Im Gegensatz zu vielen Rennstrecken, die um starke Bremszonen herum angelegt sind, zeichnet sich Brünn durch einen gleichmäßigen Rhythmus aus. Kurven mit großem Radius, eine große Streckenbreite und erhebliche Höhenunterschiede ermöglichen vielfältige Fahrlinien und belohnen den Schwung während der gesamten Runde.
Die großzügige Breite der Rennstrecke – an einigen Stellen bis zu 15 Meter – bietet hervorragende Überholmöglichkeiten und ermöglicht es den Fahrern und Rennfahrern zugleich, unterschiedliche Fahrlinien in den einzelnen Kurven auszuprobieren.
Anstatt die Teilnehmer in eine einzige ideale Fahrlinie zu zwingen, fördert Brünn die Kreativität und ist damit eine der unterhaltsamsten Rennstrecken überhaupt.
LÄNGE
5,403
Kilometer
BREITE
15
Meter
RICHTUNG
CW
im Uhrzeigersinn
BELAG
Asphalt
HÖHENUNTERSCHIED
72,9
Meter
ERÖFFNET
1987
vor 39 Jahren
Die Masaryk-Rennstrecke zeichnet sich durch erhebliche Höhenunterschiede, eine breite Fahrbahn und eine flüssige Abfolge von mittelschnellen und schnellen Kurven aus. Anstatt auf wiederholte langsame, technische Abschnitte zu setzen, belohnt die Strecke Fahrdynamik und Selbstvertrauen, wobei die Steigungen kontinuierlich die Bremspunkte, die Sichtverhältnisse und die Belastung des Autos oder Motorrads beeinflussen.
Der erste Abschnitt der Runde führt in einer stetigen Abfahrt durch schnelle und mittelschnelle Kurven, was von den Teilnehmern verlangt, ihren Rhythmus beizubehalten und sich gleichzeitig präzise auf die folgenden Kurvenfolgen einzustellen. Im tiefsten Abschnitt der Rennstrecke sind stärkere Bremsmanöver und langsamere Richtungswechsel erforderlich, bevor sich der Charakter der Strecke deutlich ändert, sobald der lange Anstieg beginnt. In den letzten Abschnitten sorgen Beschleunigung, Steigung und zunehmend schnellere Kurven dafür, dass die Kraftübertragung, die Stabilität und die Aufrechterhaltung des Schwungs beim Bergauffahren noch wichtiger werden.
Auch wenn die einzelnen Kurven international weniger bekannt sind als auf Rennstrecken wie Mugello oder Spa, liegt die entscheidende Herausforderung in Brünn im Zusammenspiel zwischen der fließenden Streckenführung und den ständig wechselnden Höhenunterschieden. Fahrer, die die Steigungen richtig einschätzen, in den zusammenhängenden Kurven ihre Geschwindigkeit beibehalten und auf den langen Anstiegen einen gleichmäßigen Fahrstil beibehalten, werden in der Regel am stärksten belohnt.
| # | Kurve |
|---|---|
| 1 | K1 Rechts |
| 2 | K2 Links |
| 3 | K3 Links |
| 4 | K4 Rechts |
| 5 | K5 Rechts |
| 6 | K6 Rechts |
| 7 | K7 Links |
| 8 | K8 Links |
| 9 | K9 Rechts |
| 10 | K10 Rechts |
| 11 | K11 Links |
| 12 | K12 Rechts |
| 13 | K13 Links |
| 14 | K14 Rechts |
Brünn nimmt im mitteleuropäischen Motorsport eine herausragende Stellung ein, wobei seine Rennsporttradition weit über den Bau des heutigen Masaryk-Rennkurses hinausreicht. Der ursprüngliche Masaryk-Circuit wurde 1930 auf öffentlichen Straßen außerhalb der Stadt angelegt; dort fanden bedeutende internationale Autorennen statt, die einige der führenden Grand-Prix-Fahrer und -Hersteller Europas in die Tschechoslowakei lockten.
Der Motorradrennsport wurde in der Folge zu einem wesentlichen Bestandteil der Identität Brnos. Die Motorrad-Weltmeisterschaft fand zunächst auf dem alten Straßenkurs statt, bevor sie nach der Eröffnung des eigens dafür errichteten Masaryk-Rennstreckenkomplexes im Jahr 1987 dorthin verlegt wurde. Der tschechische Motorrad-Grand-Prix entwickelte sich zu einer der bedeutendsten internationalen Sportveranstaltungen des Landes, wobei die Höhenunterschiede und das flüssige Streckenprofil des Kurses ihn bei Generationen von Grand-Prix-Fahrern besonders beliebt machten.
Brünn war zudem Austragungsort von Weltmeisterschaften in den Kategorien Superbike, Tourenwagen und GT sowie von Langstreckenrennen und zahlreichen europäischen und nationalen Meisterschaften, wodurch sich die Rennstrecke als bedeutendes Zentrum für den Zwei- und Vierrad-Motorsport etabliert hat. Ihre internationale Rolle war für die Tschechische Republik und die gesamte mitteleuropäische Region von besonderer Bedeutung, da es dort nur relativ wenige Rennstrecken gibt, die auf eine vergleichbare Tradition als Austragungsorte von Weltmeisterschaften zurückblicken können.
Der Masaryk-Circuit stellt somit die moderne Fortsetzung einer fast hundertjährigen Tradition organisierter Rennveranstaltungen rund um Brünn dar. Der Übergang von riesigen Strecken auf öffentlichen Straßen zur heutigen permanenten Rennstrecke spiegelt die allgemeine Entwicklung des Motorsports wider und bewahrt zugleich Brünns langjährige Verbindung zum internationalen Rennsport. Nur wenige moderne Rennstrecken können eine derart direkte Verbindung zwischen der heutigen Grand-Prix-Infrastruktur und einer Rennsporttradition vorweisen, die ihren Ursprung auf den umliegenden Straßen hat.
Besuchserlebnis
Die Masaryk-Rennstrecke bietet eines der entspanntesten und authentischsten Motorsport-Erlebnisse Mitteleuropas.
Die natürlichen, mit Gras bewachsenen Zuschauertribünen bieten an mehreren Kurven einen hervorragenden Panoramablick, während die großzügigen Höhenunterschiede der Rennstrecke es den Besuchern ermöglichen, die Geschwindigkeit und den Rhythmus des Rennens von verschiedenen Aussichtspunkten aus zu genießen. An den MotoGP-Wochenenden sorgten traditionell Hunderttausende von Fans für eine der leidenschaftlichsten Atmosphären der Meisterschaft.
Abseits der Rennstrecke können Besucher die historische Stadt Brünn erkunden, die für ihre mittelalterliche Altstadt, ihre lebhaften Cafés, ihre moderne Architektur und die Weinkultur Südmährens bekannt ist.
Lage
Die Masaryk-Rennstrecke befindet sich etwa 15 Kilometer westlich von Brünn.
Der Veranstaltungsort liegt in der Nähe der Autobahn D1, die Prag und Bratislava verbindet, und ist somit aus ganz Mitteleuropa hervorragend erreichbar, während er gleichzeitig von Wien und Bratislava aus bequem zu erreichen ist.
Adresse
Masarykův okruh 201
664 81 Ostrovačice
Okres Brno-venkov, Jihomoravský kraj
Tschechien
Website