Das in der Nähe von Alcañiz im Nordosten Spaniens gelegene MotorLand Aragón zählt zu den renommiertesten modernen Rennstrecken Europas. Die 2009 eröffnete Rennstrecke etablierte sich schnell als Maßstab für zeitgemäßes Streckendesign und vereint dramatische Höhenunterschiede, breite Fahrbahnen sowie einen fließenden Streckenverlauf, der Selbstvertrauen und technische Präzision belohnt.
Als Teil des größeren MotorLand Aragón-Komplexes umfasst der Standort zudem Technologieparks, Fahrschulzentren und Forschungszentren, die sich mit Fahrzeugtechnik und Mobilität befassen.
Heute finden auf dieser Rennstrecke Rennen der MotoGP, der Superbike-Weltmeisterschaft, Langstreckenrennen sowie zahlreiche nationale Meisterschaften statt, und sie gilt nach wie vor als eine der beliebtesten modernen Rennstrecken sowohl bei den Fahrern als auch bei den Ingenieuren.
Kurz gesagt
- Das MotorLand Aragón wurde 2009 auf dem Gelände eines ehemaligen Industriegebiets in der Nähe von Alcañiz eröffnet.
- Die Rennstrecke wurde von Hermann Tilke unter sportlicher Mitwirkung von Pedro de la Rosa entworfen.
- Er trat an die Stelle des historischen Straßenkurses von Guadalope als wichtigster internationaler Rennort in Aragón.
- Auf der kilometerlangen Gegengeraden finden regelmäßig einige der spannendsten Überholduelle der MotoGP statt.
- Die Fahrer zählen Aragón durchweg zu den am besten gestalteten modernen MotoGP-Rennstrecken.
- Zum größeren MotorLand-Komplex gehören zudem Technologieparks, Forschungseinrichtungen und Fahrschulzentren.
Geschichte
Das MotorLand Aragón wurde nach der Schließung des historischen Straßenkurses von Guadalope errichtet, auf dem jahrzehntelang Motorradrennen in Alcañiz ausgetragen worden waren.
Um das reiche Motorsport-Erbe der Region zu bewahren, schufen die lokalen Behörden einen völlig neuen Motorsportkomplex, der internationale Rennsportveranstaltungen mit Ingenieurswesen, Bildung und industrieller Entwicklung verbinden sollte.
Die Rennstrecke wurde 2009 offiziell eröffnet und erregte sofort internationales Aufsehen.
Im Jahr 2010 wurde die Rennstrecke mit dem ersten Motorrad-Grand-Prix von Aragon in die MotoGP-Weltmeisterschaft aufgenommen und entwickelte sich zu einem der beliebtesten Austragungsorte der Meisterschaft bei den Fahrern. Seitdem fanden dort Rennen der Superbike-Weltmeisterschaft, GT-Rennen, Formel-Renault-Läufe, Langstreckenmeisterschaften sowie umfangreiche Hersteller-Testfahrten statt.
Sein rascher Aufstieg spiegelt sowohl die Qualität seines Designs als auch seine Fähigkeit wider, stets spannende Rennen zu bieten.
Streckendesign
Die Grand-Prix-Strecke ist 5,344 Kilometer lang und umfasst 18 Kurven, die gegen den Uhrzeigersinn befahren werden.
Das MotorLand Aragón wurde von Hermann Tilke unter Mitwirkung des ehemaligen Formel-1-Fahrers Pedro de la Rosa entworfen und 2009 in der Nähe von Alcañiz eröffnet. Anstatt dem Gelände einen überwiegend flachen, geometrischen Grundriss aufzuzwingen, nutzt die Rennstrecke das natürlich hügelige Gelände in großem Umfang und sorgt so für erhebliche Steigungen und Perspektivwechsel während der gesamten Runde.
Schnelle Kurven, blinde Kuppen, Bereiche mit starkem Bremsbedarf und dramatische Höhenunterschiede werden durch eine der längsten Geraden der MotoGP miteinander verbunden, wodurch sich über die gesamte Runde hinweg ein abwechslungsreicher Streckenverlauf ergibt.
Die großzügige Breite der Rennstrecke ermöglicht mehrere Fahrlinien, während das natürliche Gelände zahlreiche Kurven hervorbringt, bei denen Fahrer und Motorradfahrer den Kurvenausgang erst sehen können, wenn sie sich bereits auf den Scheitelpunkt zubewegen.
Das Ergebnis ist eine Rennstrecke, die Mut belohnt, ohne dabei an technischer Komplexität einzubüßen.
LÄNGE
5,344
Kilometer
BREITE
12–15
Meter
RICHTUNG
CCW
gegen den Uhrzeigersinn
BELAG
Asphalt
HÖHENUNTERSCHIED
52,3
Meter
ERÖFFNET
2009
vor 17 Jahren
Das MotorLand Aragón vereint erhebliche Höhenunterschiede mit einer abwechslungsreichen Mischung aus technischen Kurven, schnellen Richtungswechseln und anspruchsvollen Bremszonen. Der erste Abschnitt verdeutlicht diesen Charakter bereits zu Beginn: Eng aufeinanderfolgende Kurven erfordern eine präzise Positionierung, bevor die Strecke das umliegende Gelände dann noch intensiver nutzt.
Der mittlere Abschnitt wird zunehmend fließender, einschließlich der markanten „Corkscrew“, wo die Strecke durch eine Reihe von Kurven, die vom Hang geprägt sind, steil abfällt. Später bietet die lange Gegengerade eine der wichtigsten Überholmöglichkeiten der Runde, gefolgt von einer starken Bremsung vor dem letzten Abschnitt und einer langen, schnellen Linkskurve, die zurück in Richtung Ziel führt.
Obwohl die einzelnen Abschnitte sehr unterschiedliche Anforderungen an das Fahrzeug stellen, besteht die entscheidende Herausforderung in Aragón darin, sich kontinuierlich an die jeweiligen Gegebenheiten anzupassen. Höhenunterschiede, Bremsmanöver, schnelle Richtungswechsel und Kurvenfahrten bei hoher Geschwindigkeit belohnen ein ausgewogenes Fahrwerk und machen die Rennstrecke besonders geeignet, um Unterschiede im Fahrwerk, in der Bremsstabilität und im Selbstvertrauen der Fahrer deutlich zu machen.
| # | Kurve |
|---|---|
| 1 | K1 Links |
| 2 | K2 Rechts |
| 3 | K3 Rechts |
| 4 | K4 Links |
| 5 | K5 Links |
| 6 | K6 Rechts |
| 7 | K7 Rechts |
| 8 | K8 Rechts |
| 9 | K9 Links |
| 10 | Marc Márquez Links |
| 11 | K11 Links |
| 12 | K12 Links |
| 13 | K13 Rechts |
| 14 | K14 Rechts |
| 15 | K15 Links |
| 16 | K16 Links |
| 17 | K17 Rechts |
| 18 | K18 Links |
Das MotorLand Aragón knüpfte an eine weit zurückreichende Motorsporttradition rund um Alcañiz an, wo bereits seit den 1960er Jahren Straßenrennen auf Stadtkursen ausgetragen wurden. Die permanente Anlage übertrug diese regionale Begeisterung in eine moderne Einrichtung, die internationale Wettbewerbe ausrichten kann und gleichzeitig die langjährige Verbindung von Aragón zum Motorrad- und Autorennsport bewahrt.
Die Rennstrecke erlangte insbesondere durch die MotoGP große Bedeutung, nachdem sie 2010 in den Weltmeisterschaftskalender aufgenommen wurde und sich rasch als wichtiger Austragungsort in Spanien etablierte. Außerdem war sie Austragungsort der Superbike-Weltmeisterschaft, was ihre internationale Identität im Motorradsport neben nationalen Rennen, Testfahrten und anderen Formen des Rennsportes auf der Rennstrecke weiter stärkte.
Gemeinsam mit den anderen großen Rennstrecken Spaniens spiegelt das MotorLand die außerordentliche Bedeutung des Landes für den modernen Motorradrennsport und die Fahrerförderung wider. Die Kombination aus internationalen Meisterschaften, moderner Technik und der langjährigen Rennsporttradition von Alcañiz verleiht dem Veranstaltungsort Bedeutung sowohl als globale Motorradrennstrecke als auch als Fortführung einer regionalen Motorsporttradition.
Besuchserlebnis
MotorLand Aragón bietet ein entspanntes und authentisches Rennwochenende.
Das natürliche Gelände bietet hervorragende Aussichtspunkte, von denen aus die Zuschauer mehrere Abschnitte der Rennstrecke gleichzeitig verfolgen können. An MotoGP-Wochenenden sorgen begeisterte spanische Fans für eine mitreißende Atmosphäre, während die umliegende Region eine ruhigere Alternative zu den größeren Touristenzielen Spaniens bietet.
Besucher können zudem die historische Stadt Alcañiz, die Landschaften von Aragón und die nahegelegenen mittelalterlichen Dörfer erkunden und so den Motorsport auf Weltklasseniveau mit einer der weniger bekannten Kulturregionen Spaniens verbinden.
Lage
Das MotorLand Aragón liegt etwas außerhalb von Alcañiz, etwa 110 Kilometer südöstlich von Saragossa.
Die Rennstrecke liegt inmitten der hügeligen Landschaft von Aragón und bietet eine beeindruckende natürliche Kulisse, die maßgeblich zu ihrem unverwechselbaren Charakter beiträgt.
Adresse
A-2404 km 1
44600
Teruel, Aragón
Spanien
Website