Der in der Nähe von Hohenstein-Ernstthal gelegene Sachsenring ist Deutschlands führende Motorradrennstrecke und einer der technisch anspruchsvollsten Austragungsorte im MotoGP-Kalender. Bekannt für seine unerbittliche Abfolge von Kurven, dramatische Höhenunterschiede und ein einzigartig anspruchsvolles Streckenlayout, belohnt die Rennstrecke Präzision, Konstanz und absolutes Selbstvertrauen.
Obwohl die Strecke nach heutigen Grand-Prix-Maßstäben relativ kurz ist, stellt der Sachsenring die Fahrer und Rennfahrer weniger durch hohe Geschwindigkeiten als vielmehr durch ständige Richtungswechsel auf die Probe. Sein unverwechselbarer Charakter hat ihn zu einem Favoriten unter den Motorradrennfahrern gemacht und gleichzeitig einige der spannendsten Rennen im internationalen Wettbewerb hervorgebracht.
Auch heute noch gilt der Sachsenring als die geistige Heimat des deutschen Motorradrennsports und als eine der renommiertesten Motorsportstätten Mitteleuropas.
Kurz gesagt
- Seit den 1920er Jahren finden in Hohenstein-Ernstthal Motorradrennen statt.
- Der moderne Sachsenring wurde 1996 eröffnet.
- Die Rennstrecke weist zehn Linkskurven und nur drei Rechtskurven auf.
- Es ist eine der kürzesten Rennstrecken im MotoGP-Kalender.
- Die letzte Rechtskurve bergab zählt aufgrund der unterschiedlichen Reifentemperaturen zu den markantesten Kurven der Meisterschaft.
- Der Sachsenring zieht regelmäßig eines der größten Zuschauerpubliken der MotoGP-Saison an.
Geschichte
Der Motorsport rund um Hohenstein-Ernstthal begann in den 1920er Jahren auf öffentlichen Straßen, wodurch sich der Sachsenring als eine der ältesten Motorsporttraditionen Deutschlands etablierte.
Aufgrund zunehmender Sicherheitsbedenken wurde in der Nähe eine permanente Rennstrecke errichtet, die 1996 offiziell eröffnet wurde. Der neue Sachsenring ist zwar deutlich kürzer als der historische Straßenkurs, bewahrte jedoch die natürlichen Höhenunterschiede und den technischen Charakter der Gegend.
Die Rennstrecke wurde 1998 Austragungsort des deutschen Motorrad-Grand-Prix und ist seitdem eine der beliebtesten Veranstaltungen der Meisterschaft geblieben. Dort finden zudem nationale Motorradmeisterschaften, historische Rennveranstaltungen sowie eine Vielzahl von Motorsportveranstaltungen statt.
Auch heute noch zieht der Sachsenring einige der größten Zuschauermengen im deutschen Motorsport an.
Streckendesign
Die Grand-Prix-Strecke ist 3,671 Kilometer lang und umfasst 13 Kurven, darunter 10 Linkskurven und nur 3 Rechtskurven, die im Uhrzeigersinn angeordnet sind.
Das charakteristische Merkmal dieser Strecke ist die überwältigende Häufung von Linkskurven. Die Fahrer verbringen einen Großteil der Runde in anhaltenden Schräglagen, bevor sie auf die berühmte abfallende Rechtskurve am Ende der Strecke treffen, was einen der markantesten Rhythmen im internationalen Motorradrennsport schafft.
Die Rennstrecke führt durch die sächsische Landschaft in einem ständigen Auf und Ab und vereint blinde Kuppen, Einfahrten mit Negativneigung und technische Bremszonen auf einer bemerkenswert kompakten Runde.
Trotz seiner überschaubaren Länge erfordert der Sachsenring von Anfang bis Ende vollste Konzentration.
LÄNGE
3,671
Kilometer
BREITE
10–12
Meter
RICHTUNG
CCW
gegen den Uhrzeigersinn
BELAG
Asphalt
HÖHENUNTERSCHIED
35,5
Meter
ERÖFFNET
1927
vor 99 Jahren
Der Sachsenring zeichnet sich durch seinen kompakten Streckenverlauf, erhebliche Höhenunterschiede und eine lange Abfolge von überwiegend Linkskurven aus, was einen ungewöhnlichen Rhythmus erzeugt, der hohe Anforderungen an die Reifen und das Fahrwerk stellt. Der erste Abschnitt ist vergleichsweise langsam und technisch anspruchsvoll, wobei wiederholte Richtungswechsel Präzision erfordern, bevor die Strecke an Geschwindigkeit gewinnt.
Der Charakter der Strecke ändert sich im mittleren und hinteren Abschnitt dramatisch, wo aufeinanderfolgende Linkskurven für Schwung sorgen, während die Strecke dem umgebenden Gelände folgt. Die schnelle Abfahrtskurve 11, bekannt als „Waterfall“, stellt nach einer ausgedehnten Abfolge von Linkskurven einen besonders anspruchsvollen Übergang dar, bevor die Strecke in Richtung Sachsenkurve abfällt und durch die letzte Queckenberg-Kurve wieder ansteigt.
Die größte Herausforderung des Sachsenrings liegt in seiner stark asymmetrischen Kurvenverteilung und den Höhenunterschieden. Die Fahrer müssen in den ausgedehnten Linkskurvensequenzen ihren Rhythmus beibehalten, gleichzeitig die Reifentemperaturen im Griff behalten und sich auf die vergleichsweise seltenen Rechtskurven vorbereiten, weshalb Selbstvertrauen, Präzision und Reifemanagement von besonderer Bedeutung sind.
| # | Kurve |
|---|---|
| 1 | Coca-Cola Kurve Rechts |
| 2 | K2 Links |
| 3 | Castrol Omega Rechts |
| 4 | K4 Links |
| 5 | K5 Links |
| 6 | K6 Links |
| 7 | K7 Links |
| 8 | K8 Links |
| 9 | K9 Links |
| 10 | K10 Links |
| 11 | Waterfall Rechts |
| 12 | Sachsen Kurve Links |
| 13 | Queckenberg Kurve Links |
Der Sachsenring steht für eine der traditionsreichsten Motorsporttraditionen Deutschlands, denn bereits seit 1927 finden rund um Hohenstein-Ernstthal Rennen statt. Die ursprüngliche Strecke auf öffentlichen Straßen entwickelte sich zu einem wichtigen Austragungsort für Automobil- und Motorradrennen und begründete den Namen „Sachsenring“ bereits Jahrzehnte vor dem Bau der modernen Dauerrennstrecke.
Der Motorradrennsport spielt nach wie vor eine zentrale Rolle für diese Identität. Der Sachsenring gewann durch den Deutschen Motorrad-Grand-Prix besonders an Bedeutung, entwickelte sich zu einer der bekanntesten europäischen Veranstaltungen der MotoGP und zog außergewöhnlich große und begeisterte Zuschauermengen aus Deutschland und den Nachbarländern an.
Die moderne Rennstrecke verbindet somit zwei sehr unterschiedliche Epochen des Rennsports: die anspruchsvollen Straßenrennen des 20. Jahrhunderts und den heutigen MotoGP-Rennsport auf einer eigens dafür errichteten Dauerrennstrecke. Diese Kontinuität, verbunden mit der starken Motorradtradition der Region, verleiht dem Sachsenring eine Bedeutung, die weit über seine relativ geringe physische Größe hinausreicht.
Besuchserlebnis
Der Sachsenring bietet eine authentische und leidenschaftliche Atmosphäre beim Motorradrennsport.
Natürliche Erdwälle bieten an mehreren Stellen der Rennstrecke hervorragende Ausblicke, während die deutschen MotoGP-Wochenenden begeisterte Zuschauer aus ganz Europa anziehen. Dank des kompakten Streckenlayouts können die Zuschauer einen Großteil des Geschehens verfolgen, ohne lange Wege rund um die Rennstrecke zurücklegen zu müssen.
Abseits der Rennstrecke können Besucher das kulturelle Erbe Sachsens erkunden, darunter das nahegelegene Chemnitz, historische Schlösser und die malerische Landschaft.
Lage
Der Sachsenring liegt in der Nähe von Hohenstein-Ernstthal, etwa 20 Kilometer westlich von Chemnitz und rund 90 Kilometer südlich von Leipzig.
Die Rennstrecke verläuft durch sanft hügeliges Gelände, was maßgeblich zu ihrem technischen Charakter und ihrem charakteristischen Höhenprofil beiträgt.
Adresse
09353 Oberlungwitz
Saxony
Deutschland
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